American Football

Kleine Regelkunde für Interessierte

American Football ganz kurz!

Grundsätzliches

Zweck des Spieles American Football ist es, Raumgewinn zu erzielen bzw. den Gegner daran zu hindern. Raumgewinn kann durch Vorwärtstragen des Balles oder Fangen eines Passes erreicht werden. Eine Mannschaft besteht aus beliebig vielen Spielern, von denen jeweils 11 auf dem Spielfeld sind. Die Mannschaft, die im Ballbesitz ist, hat das Angriffsteam (Offense) auf dem Feld, der Gegner die Verteidigung (Defense). Nach dem 1. & 3. Viertel erfolgt ein Seitenwechsel, nach der Halbzeitpause ein erneuter Ankick.

Spielbeginn

Nachdem durch Münzwurf bestimmt wurde, welche Mannschaft als erste den Ball erhält, beginnt das Spiel mit dem Ankick (Kick-Off) der verteidigenden Mannschaft von deren 35 Yard-Linie. Dabei soll der Ball möglichst tief in die gegnerische Hälfte gekickt werden. Die Offense versucht den Ball zu fangen und möglichst weit gegen die Kickrichtung zurückzutragen (Kick-Off Return). An der Stelle, an der sie von der Defense gestoppt wird, beginnt die erste Serie von Versuchen (Series of Downs).

Raumgewinn

Das Angriffsteam hat vier Versuche (Downs) um eine Strecke von mindestens 10 Yards zu überwinden. Laufen oder Werfen sind die zwei Möglichkeiten, um Raumgewinn zu erzielen. Beim Lauf (Run) wird der Ball von einem Spieler, für den durch andere Spieler (Vorblocker) Platz geschaffen wird, getragen. Beim Wurf (Pass) läuft der Spielmacher (Quarterback) einige Schritte zurück und wirft dann den Ball zu einem Mitspieler, der ihn fangen muss bevor der Ball den Boden berührt. Der nächste Versuch wird von dort weiter gespielt, wo der Ballträger zu Boden gegangen ist. Gelingt es, mindestens 10 Yards zurückzulegen, erhält das Team eine neue Serie von vier Versuchen (First Down). Endziel ist es, die gegnerische Endzone zu erreichen bzw. auf andere Art Punkte zu erzielen.

Punkte erzielen

TOUCHDOWN

6 Punkte Besitz des Balles in der gegnerischen Endzone. Der Ball gelangt durch Tragen (Lauf) über die gegnerische Goalline oder Fang (Pass) in der gegnerischen Endzone. Nach einem Touchdown erhält die punktende Mannschaft einen Versuch von der 3-Yard-Linie (Try).

Er kann als EXTRA POINT 1 Punkt Place Kick durch die obere Hälfte des Y- oder H-förmigen Tores;

oder als CONVERSION 2 Punkte neuerliches Touchdown; ausgeführt werden.

Ist beim 4. Versuch erkennbar, dass kein neues First Down oder Touchdown erreicht werden kann, besteht die Möglichkeit eines FIELD GOAL 3 Punkte Place Kick, wie beim Extra Point, aus jeder beliebigen Entfernung zum Tor.

Auch die Verteidigung kann Punkten:

SAFETY 2 Punkte Stoppen des Ballträgers in dessen eigener Endzone

Nach einem Safety muss die Mannschaft, die den Safety erhalten hat, dem Gegner den Ball von der eigenen 20 Yard-Linie aus zukicken. Bei allen anderen Punktegewinnen kickt das punktende Team von der eigenen 35 Yard-Linie.

Verlust des Angriffsrechts

Ist abzusehen, dass in einem 4. Versuch die Entfernung für ein neues First Down nicht mehr überwunden werden kann und ein Field Goal außer Reichweite, gibt die Offense durch einen Punt das Recht auf den Ball auf. Dabei wird der Ball aus der Hand sehr weit in Richtung Gegner gekickt, der ihn, wie bei einem Kick-Off, zurücktragen darf. Lässt ein Spieler der Angriffsmannschaft den Ball fallen (Fumble), darf auch die Defense den Ball erobern. Ebenso hat sie das Recht einen Pass abzufangen (Interception). In allen Fällen wechselt sofort das Angriffsrecht; die alte Offense wird zur Defense, die alte Defense zur Offense.

Football-Basics

FOOTBALL – BASICS

Eine Partie dauert 4x15 Minuten reine Spielzeit. Jedes Team; besteht aus bis zu 45 Spielern, von

denen allerdings nur 11 Spieler auf dem Feld stehen dürfen. Das Team, das gerade in Ballbesitz ist

wird Offense genannt. Der Angriff der Mannschaft muss dabei das 100 Yards lange Feld

überbrücken. Die Spieler der Offense bemühen sich dabei in jeweils vier Versuchen (Downs) 10

Yards des gegnerischen Territoriums zu erobern und letztlich mit dem Ball in die gegnerische

Endzone zu gelangen - entweder indem sie mit dem Ball laufen oder den Ball zu einem eigenen

Spieler werfen, d.h. der ballbesitzende Spieler muss mit dem Ball zum Schluss in die Endzone des

Gegners gelangen (Touchdown, 6 Punkte). Danach kann das erfolgreiche Team versuchen

entweder per Kick (Extra Point; 1 Punkt) oder per Conversion (Touchdownversuch von der 2-Yard-

Line; 2 Punkte) Zusatzpunkte zu erzielen. Eine weitere Möglichkeit aus dem Spiel heraus Punkte zu

erzielen, ist das Field Goal (3 Punkte): Ein Kick aus dem Feld heraus durch die offenen Torstangen

über der Querlatte. Gelingt es der Offense Punkte zu erzielen, wechselt der automatisch der

Ballbesitz und die Rollen von Angreifer und Verteidiger werden getauscht. Gelingt es der Offense

nicht 10 Yards zu überbrücken oder Punkte zu erzielen, muss das Team durch einen

Befreiungsschuss (Punt) den Ball zum Gegner schießen, der dadurch in Ballbesitz kommt und dann

seinerseits wieder 4 Downs hat, um 10 Yards des Feldes zur anderen Endzone zu überbrücken.

Die andere Mannschaft Defense genannt, versucht die angreifende Mannschaft zu stoppen, die

Offense zum Verlust des Balles zu zwingen (Turnover) und somit selbst den Ballbesitz zu erlangen.

Die Abwehr hat abgesehen von einem Touchdown der Offense, einem Field Goal-Versuch der

Offense oder einem Punt der Offense noch zwei weitere Möglichkeiten, in Ballbesitz zu kommen:

Die Interception (ein Pass der Offense wird aus der Luft abgefangen) oder den Fumble (ein von der

Offense fallen gelassener Ball wird erobert). Bringt die Verteidigung den gegnerischen Quarterback

hinter der Angriffslinie (Line of Scrimmage) zu Boden, nennt man dies Quarterback Sack oder

einfach Sack. Die Abwehr kann selbst auch Punkten, entweder durch einen vom Gegner eroberten

freien Ball durch einen Touchdown (6 Punkte) oder durch einen Safety (2 Punkte). Hierbei muss die

Abwehr den gegnerischen Ballträger in seiner eigenen Endzone zu Boden bringen.

SPIELFELD

Ein reguläres Football-Feld; ist 120 Yards (109,72 Meter) lang und 50 Yards (48,80 Meter) breit.

Dabei beträgt die Entfernung von Torlinie; zu Torlinie 100 Yards, dazu kommen die beiden Endzonen

mit jeweils 10 Yards. Die 9,15 Meter hohen Torstangen (Goalposts oder Uprights; Querlatte 3,05

Meter hoch und 5,65 Meter breit) stehen auf der Endlinie des Spielfeldes, also 10 Yards hinter der

Goalline (Null-Yard-Linie). Die Oberfläche des Spielfeldes besteht entweder aus Kunststoff oder

Naturrasen.

HASHMARKS

Die beiden Hashmarks teilen das Feld der Länge nach. Sie werden jeweils im Abstand von einem

Yard ca. 15 Yards von der Seitenauslinie entfernt aufgezeichnet. Wegen der längs und quer über

das ganze Spielfeld gezogenen Linien, nennt man das Football-Feld auch Gridiron (Brat- oder

Grillrost).

Wenn der Ball die Seitenauslinie überschritten hatte oder der Spielzug zwischen Hashmark und

Seitenauslinie endet wird der Football vom Referee auf die nächstliegende Hashmark der Yardlinie

gelegt auf welcher der letzte Spielzug gestoppt wurde.

Durch diese Hashmarks haben die Spieler beim nächsten Down; mehr Platz zum Laufen oder

Passen, als wenn der Ball dort niedergelegt werden wurde, wo der vorhergehende Spielzug

abgeschlossen wurde. Dadurch wurde das Angriffsspiel varianten- und einfallsreicher. Die

Einführung der Hashmarks machte das Spiel für den Zuschauer wesentlich attraktiver.

SPIELZEIT

Das Spiel ist in vier Abschnitte (Quarters) von jeweils 15 Minuten effektiver Spielzeit unterteilt. Das

erste und zweite Quarter bilden die erste Halbzeit; und das dritte und vierte Quarter die zweite

Halbzeit. Zwischen den Spielhälften gibt es eine 20-minütige Pause; (Halftime). Beide Halbzeiten

beginnen mit einem Kickoff. Zwischen den Quarters liegen Pausen von jeweils zwei Minuten, in

denen die Mannschaften auf dem Spielfeld bleiben.

Ist das Spiel nach der regulären Spielzeit unentschieden, gibt es eine 15-minütige Verlängerung;

(Overtime). Diese Verlängerung wird in der NFL nach dem Prinzip des Sudden Death ausgetragen:

Die erste Wertung entscheidet das Spiel. In den Ausscheidungsspielen zum Super Bowl

(Postseason) wird das Spiel solange verlängert, bis eine Entscheidung gefallen ist. Im College

Football allerdings gibt es die Möglichkeit eines Unentschiedens. Wenn bei Ende einer Halbzeit die

Spieluhr; auf Null steht, endet das Spiel erst, wenn der Spielzug abgeschlossen ist. Begeht die

Defense während dieses Spielzuges ein Foul, darf die Offense sogar noch einen weiteren Spielzug

ausführen. Das gleiche gilt, wenn der letzte Spielzug ein Kick ist und das Kick-Team die Regeln

verletzt. Es können also noch Punkte erzielt werden, wenn die offizielle Spielzeit bereits vorbei ist.

DIE SPIELUHR WIRD BEI FOLGENDEN ANLÄSSEN ANGEHALTEN:

Seitenwechsel.

Auszeiten; (Timeout). Jede Mannschaft kann pro Halbzeit drei zweiminütige Auszeiten

verlangen. In den letzten beiden Spielminuten jeder Halbzeit wird die Auszeit auf 40

Sekunden beschränkt. Bei Verletzung kann der Referee die Auszeit verlängern.

Yardmessung.

Strafentscheidung (auch beim Instant Replay nach Challenge des Coaches eines Teams).

Wechsel des Ballbesitzes.

Unvollständig geworfener Pass (incomplete pass).

Ball oder Ballträger gehen über die Seitenauslinie.

Punkterfolg. Nach Touchdown, Field Goal oder Safety.

Spielerverletzung.

Zwei-Minuten-Hinweis zum Ende der Halbzeiten (Two-Minute-Warning).

Quarterback-Sack und Zeitschinden des Quarterbacks.

Pass ins Aus. Ein Passwerfer kann die Uhr durch einen Ballwurf ins Aus oder durch einen

Ballwurf auf den Boden anhalten (Spike).

Werbespots im Fernsehen (vor allem beim Super Bowl).

BALL

Ein Football ist so geformt, dass er getragen, geworfen und geschossen werden kann. Er besteht

aus einer aufblasbaren Gummiblase, die mit genarbtem Leder überzogen ist.

Der Official NFL-Football hat einen Längsumfang von 71 Zentimetern, bei 28,58 cm Längsdurchmesser

und einen Querumfang von 53 Zentimetern bei 17,94 cm Querdurchmesser und wiegt rund

410 Gramm. In der amerikanischen Profi-Liga NFL werden zu jedem Spiel 24 Bälle von der

Heimmannschaft zur Verfügung gestellt.

YARDS UND DOWNS

Ein Yard sind 91,44 Zentimeter. Die angreifende Mannschaft versucht den Ball mindestens 10 Yards

vorwärts in Richtung der gegnerischen Endzone zu treiben, wozu sie vier Versuche hat: First Down,

Second Down, Third Down und Forth Down. Gelingt dies (10 Yards) so hat sie erneut vier Versuche.

Gelingt dies mit dem Forth Down nicht, so wechselt der Ball zum gegnerischen Team.

CHAIN UND DOWNMARKER

Die Chain zeigt an, wo der First Down war und wie weit die 10 Yards von diesem Punkt entfernt sind.

Der Downmarker zeigt an, wie weit die Offense noch gehen muss um einen neuen First Down zu

erhalten. Außerdem gibt er an, bei welchem Down die Offense gerade ist.

WIE WIRD DER BALL GESPIELT?

KICKS

Kickoff

Zu Beginn jeder Halbzeit, nach einem Touchdown oder einem Field Goal wird der Ball von der 35

Yard-Linie zum Gegner geschossen. Beim Kickoff wird eine spezielle Halterung für den Ball benutzt

(Kicking tee).

Punt

Der Ball wird aus der Luft (15 Yards hinter der Line of Scrimmage) von der Defense weit weg in

Richtung gegnerisches Tor geschossen. Punts werden normalerweise bei aussichtslosen Forth

Down-Situationen benutzt, um die Ausgangslage für den folgenden gegnerischen Angriff zu

erschweren.

Punt-Fake

Ein vorgetäuschter Punt. In Wirklichkeit erfolgt danach ein Lauf- oder Passspielzug. Wird in Not

manchmal beim Forth Down anstelle des normalen Punts angewendet, um die nötigen Yards für ein

neues First Down zu erobern.

Dropkick

Der Kicker lässt den Ball auf den Boden fallen und kickt ihn in dem Moment weg, in dem er den Boden berührt

(wird selten angewandt).

Platzkick

Kicken des Balles vom Boden weg. Ein Mitspieler darf den Ball halten.

Onside Kick

Beim Kickoff ist der Ball nach 10 Yards frei, d.h. er kann von jedem Spieler erobert werden. Der

Onside Kick ist ein spezieller Kickoff, der so getreten wird, dass der Ball nur genau 10 Yards weit

nach vorn und seitlich geht, so dass das Kick-Team versuchen kann ihn selbst wieder aufzunehmen,

denn durch die Sprünge des flach über den Boden geschossenen Balles ist es auch für das

Receiving-Team schwer, den Ball sicher zu fangen. Risikoreicher taktischer Kick, der häufig dann

angewandt wird, wenn eine zurückliegende aber aufholende Mannschaft kurz vor Schluss einer

Halbzeit einen Touchdown erzielt hat und schnell wieder in Ballbesitz gelangen muss.

Safety Kick

Erzielt die Defense einen Safety und damit zwei Punkte, muss die Offense außerdem von der

eigenen 20-Yards-Linie einen Kickoff ausführen (als Punt, Platzkick oder Dropkick) und den Ball

abgegeben. Ein absichtlicher Safety ist ein taktisches Mittel:

Taktischer Safety

Die Offense liegt kurz vor Schluss mit drei Punkten in Führung und der Ball befindet sich tief in der

eigenen Spielhälfte nahe der Endzone. Würde sie nun den Ball verlieren, wäre es für den Gegner

leicht möglich mit einem Fieldgoal auszugleichen oder sogar mit einem Touchdown in Führung zu

gehen. Statt dessen tritt der Ballträger einfach in die eigene Endzone und setzt den Ball auf den

Boden - der Gegner bekommt einen Safety und damit zwei Punkte zugesprochen aber die Offense

liegt immer noch mit einem Punkt in Führung. Der Ball wird nun beim Safety Kick weit in die

gegnerische Hälfte getreten.

Extra Point (PAT, Point after Touchdown)

Im Anschluss an den Touchdown wird der Ball (auf der 3-Yard-Line liegend) als Platzkick vom Kicker

von der 10-Yard-Line durch die Torpfosten geschossen.

Wertung: 1 Punkt.

Fieldgoal

Sie können aus jeder Distanz als Platzkick oder Dropkick geschossen werden. Bei der Berechnung

der Distanz ist zu berücksichtigen, dass der Ball beim Snap vom Center zum Holder 7 Yards nach

hinten geworfen wird und dass die vertikalen Torstangen auf der Endline stehen, genau 10 Yards

hinter der Goalline (Null-Yard-Line). Vom Ausgangspunkt des Fieldgoal-Versuches beträgt die

Distanz für den Kicker also immer zusätzlich 17 Yards an Schussentfernung. War der Fieldgoal-

Versuch vergebens, kommt die Defense an der Stelle des Versuches in Ballbesitz.

Wertung: 3 Punkte.

Free Kick

Kickoff nach einem Safety oder Kick nach einem Fair Catch, bei dem die gegnerische Mannschaft

mindestens 10 Yards vor dem ausführenden Spieler stehen muss.

Fair-Catch-Kick

Ein Fair-Catch-Kick ist ein Free Kick auf das Tor. Er wird gespielt von der Yard-Linie, auf der der Fair

Catch getätigt wurde und nicht - wie bei einem normalen Fieldgoalversuch - sieben Yards hinter der

Anspiellinie. Er kann als Platzkick, Dropkick, oder Punt ausgeführt werden, wobei aber in der Regel

der Platzkick zur Anwendung kommt, da bei diesem der Ball die niedrigste Flugkurve hat und daher

am weitesten fliegt. Anders als beim Fieldgoal- und Zusatzversuch dürfen die Gegenspieler den

Kicker nicht angreifen, kommen aber nach Ausführung des Kicks in Ballbesitz.

Der Fair-Catch-Kick; wird als taktisches Mittel (selten) angewandt und ist z.B. dann sinnvoll, wenn

nicht mehr viel Zeit bis zum Ende der Halbzeit bleibt und die Mannschaft unbedingt noch drei Punkte

braucht, ohne jedoch die Möglichkeit zu haben mit Downs in die mögliche Distanz für ein Field Goal

zu kommen.

RUN AND PASS

Jeder Spieler kann mit dem Ball in die gegnerische Endzone laufen. Im Spiel wird diese Aufgabe

jedoch meist von den Running Backs übernommen. Grundsätzlich unterscheidet man bei einem

Laufspiel zwischen Dive und Sweep: Beim Dive wird durch die Mitte beim Sweep über Außen

gespielt.

Forward Pass

Der Quarterback ist darauf spezialisiert Pässe nach vorne zu werfen. Pro Spielzug darf der Ball

jedoch nur einmal nach vorn gepasst werden. Pässe spielen darf jeder Spieler der Offensive. Pässe

fangen dürfen nur bestimmte Offense-Spieler (Eligible), nämlich nur die Ends und die Backfield-

Spieler, d.h. Wide Receiver, Running Back, Tight End, Split End und (ganz selten) auch der

Quarterback. Der Quarterback darf nur dann den Ball fangen, wenn er in der Shotgun Formation

positioniert war, d.h. fünf Yards hinter dem Center, der ihm den Snap als Pass direkt zuspielt. Im

College Football dagegen kann der Quarterback jederzeit Passempfänger sein.

Lateral Pass

Der Spieler, der den Ball trägt, kann zu einem Mitspieler seitlich (Swing bzw. Flare Pass) oder

rückwärts passen. Rückwärtspässe sind pro Spielzug beliebig oft erlaubt.

Interception

Jeder Spieler der Defense kann einen Ball abfangen und dann in Richtung Endzone mit dem Ball

laufen und einen Touchdown erzielen.

Fumble

Jeder Defense-Spieler kann einen Ball, der vom Angreifer fallengelassen wurde,

weiterspielen.

Kick Return

Das Receiving Team versucht den Ball so weit wie möglich in Richtung gegnerischer Endzone

zurückzuspielen.

Blocked Punt oder Blocked Fieldgoal

Wenn die Defense einen Punt (der fallende Ball wird geschossen) oder ein Fieldgoal (der liegende

Ball wird geschossen) abblockt, kann sie den Ball behalten und selbst einen Gegenangriff starten.

Fair Catch

Signal eines Spielers vor der Ballannahme eines Punt, Kickoff oder Safety Kick. Er signalisiert mit

dem Schwenken eines ausgestreckten Armes über dem Kopf, während der Ball noch in der Luft ist,

dass er nach dem Fangen des Balles nicht nach vorne laufen wird. Er darf deshalb nicht angegriffen

werden und das Spiel wird mit einem First Down fortgesetzt - oder aber das Receiving-Team

entscheidet sich für einen Fair Catch Kick, durch den sie den Ball allerdings verliert.

Penalty

Raumgewinn, First Downs etc. können einer Mannschaft durch Penalties (Strafen für Fouls) der

Officials (Schiedsrichter) entweder zu- oder aberkannt werden. Penalties werden entweder durch

Pfiff oder durch das Werfen des gelben Penalty Markers (zu Deutsch: Flagge auf dem Spielzug!)

angezeigt.

WIE WIRD GEPUNKTET?

TOUCHDOWN: 6 PUNKTE

Um einen Touchdown zu erzielen, muss der Ball entweder in die gegnerische Endzone getragen

oder dort gefangen werden. Seltenere Möglichkeiten zu einem Touchdown bestehen darin, den Ball

nach einer Interception, Fumble oder nach einem Kickoff in der gegnerischem Endzone zu

platzieren.

EXTRA POINT: 1 PUNKT

Der mögliche Punkt nach den Touchdown wird auch Point after Touchdown (PAT;) genannt. Der Ball

wird von der 10 Yard-Linie aus zwischen die Torstangen (Uprights) des Tores geschossen. Dies

übernimmt der Place Kicker.

FIELDGOAL: 3 PUNKTE

Tore, die aus dem Spielfeld heraus erzielt werden, können knappe Spiele in den letzen Sekunden

entscheiden. Fieldgoals können vom ganzen Spielfeld aus durch die Uprights (Torstangen)

geschossen werden. In der Regel wird jedoch versucht ein Fieldgoal beim Forth Down und aus einer

Torentfernung von weniger als 45 Yards zu schießen.

Bei der Berechnung der Distanz ist zu berücksichtigen, dass der Ball beim Snap vom Center zum

Holder 7 Yards nach hinten geworfen wird und dass die vertikalen Torstangen auf der Endline

stehen, genau 10 Yards hinter der Goal Line (Null-Yard-Line). Vom Ausgangspunkt des Fieldgoal-

Versuches beträgt die Distanz für den Kicker also immer zusätzlich 17 Yards an Schussentfernung.

Wird kein Fieldgoal erzielt, kommt die Defense an der Stelle des Versuches in Ballbesitz.

SAFETY: 2 PUNKTE

Der balltragende Offense-Spieler wird hinter dessen eigener Torlinie gestoppt oder zu Fall gebracht.

TWO POINT CONVERSION: 2 PUNKTE

Versuch eines zweiten Touchdown von der 2-Yard-Line, statt eines Extra Points. Im College Football

schon immer von Bedeutung, um nach einer Aufholjagd entweder ein Remis zu erzielen oder noch

zu gewinnen. Seit der Saison 1994 zur Belebung des Spieles und zur Erhöhung der

Touchdownquote, bei beabsichtigter Reduktion der erfolgreichen Fieldgoal-Quote, auch wieder in der

NFL eingeführt.

Mit freundlicher Genehmigung von Detlef Voß (win-football.de)

Referee - Zeichen

Mit freundlicher Genehmigung von Detlef Voß (win-football.de)

Die Fouls auf einen Blick

DIE FOULS AUF EINEN BLICK

Die im nachfolgenden angegebenen Maße (Yards) sind immer als Raumverlust (Strafe) zu

interpretieren.

Abseits (Offside)

Ein Spieler gerät ins Abseits, wenn während des Anspiels ein Körperteil von ihm in der Neutralen

Zone ist. Bevor der Ball nicht vom Center gesnappt wird, darf sich kein der Spieler der Offense Line

und der Defense Line bewegen. Nur der Man-in-motion der Offense darf sich bewegen.

Oft versucht ein Spieler der Line sein Gegenüber zum Zucken vor dem Snap zu provozieren, was

dann zum Enchroachment (Übergriff), False Start (Fehlstart) oder zur Illegal motion (verbotene

Bewegung) führt (s.u.).

5 Yards.

Übergriff (Encroachment)

Berühren eines Gegenspielers durch einen Defense-Spieler vor dem Anspiel (in die Neutrale Zone

geraten darf ein Körperteil des Defense-Spielers, er kann ihn dann wieder sofort zurückziehen).

5 Yards.

Fehlstart (False Start)

Bevor das Anspiel erfolgt ist, darf ein Offense-Line-Spieler weder den Three-point-stance aufgeben,

noch irgendwie simulieren, dass der Snap bereits stattgefunden hat.

5 Yards.

Verbotene Bewegung (Illegal motion)

In der Sekunde vor dem Anspiel darf sich nur noch ein Offense-Spieler, und zwar ein Backfielder,

bewegen, der Man-in-motion. Dabei muss er mindestens einen Yard Abstand von der Anspiellinie

entfernt sein und darf nur parallel zur Anspiellinie laufen oder sich von ihr nach hinten wegbewegen.

5 Yards.

Spielverzögerung (Delay of Game)

Die Offense muss den Ball innerhalb von 45 Sekunden wieder ins Spiel bringen (bzw. 30 Sekunden

nach Auszeiten, Verletzungen oder anderen außergewöhnlichen Unterbrechungen).

5 Yards.

Greifen in die Gesichtsmaske des Gegners (Facemask)

(beim Blocken oder Schieben mit offener Handfläche erlaubt). Auch unbeabsichtigt ein Foul!

Unabsichtlich: 5 Yards und nicht automatisch ein First Down;

Absichtlich: 15 Yards und First Down für die Offense bei Foul der Defense.

Holding eines Offense-Spielers (Halten)

Ein Defense-Spieler darf lediglich den Ballträger - oder einen Spieler der vorgibt der Ballträger zu

sein - festhalten.

5 Yards und ein automatisches First Down für die Offense.

Holding eines Defense-Spielers (Halten)

Der Ballträger ist der einzige Spieler der Offense, der seine Hände einsetzen darf, um einen Gegner

abzuwehren.

10 Yards.

Clipping

Verbotenes Blocken in den Rücken eines nicht balltragenden Gegenspielers unterhalb der

Gürtellinie. Erlaubt ist Clipping drei Yards vor und hinter der Anspiellinie und in der Zone zwischen

den beiden Offense-Tackles.

15 Yards.

Blocken in den Rücken oberhalb der Gürtellinie

Oberhalb der Gürtellinie darf ein Gegenspieler nicht von hinten geblockt oder gestoßen werden.

10 Yards.

Crackback

Unerlaubter Block. Ein Wide Receiver darf einen Defense-Spieler fünf Yards vor und hinter der

Srimmage Line nicht unterhalb der Gürtellinie blocken, wenn sich der Verteidiger sich zum Ball

bewegt. Er darf ihn nirgendwo auf dem Spielfeld clippen.

15 Yards.

Unberechtigter Empfänger eines Passes

Mögliche Passempfänger der Offense nach dem Anspiel sind die beiden Ends, und die Backfield-

Spieler, die sich mindestens einen Yard hinter der Srimmage Line aufhalten müssen. Alle anderen

Spieler der Offense (Nr. 50-79) sind unberechtigte Passempfänger und dürfen nicht weiter als einen

Yard vor die Anspiellinie laufen, bis der Ball die Hände des Passers verlassen hat. Sobald der Ball

jedoch vom Helm eines Spielers abprallt oder von einem Passempfänger berührt wurde, dürfen auch

sie den Ball aufnehmen.

10 Yards Raumverlust.

Absichtliches Wegwerfen des Balles

Weder der Quarterback noch ein anderer Passempfänger dürfen den Ball einfach auf den Boden

werfen, um einen Raumverlust zu verhindern.

10 Yards und Verlust des Downs an der Stelle des Fouls.

In der eigenen Endzone gibt es einen Safety.

Behinderung beim Passfangen (Pass Interference)

Ein Pass darf von der Offense und der Defense gefangen werden. Weder der vorgesehene

Passempfänger noch der Verteidiger dürfen den Gegner festhalten, wegstoßen oder ihm den Weg

blockieren, wenn dieser zum Ball läuft.

Behinderung der Defense: 10 Yards von der letzten Anspiellinie.

Behinderung der Offense: Automatische First Down am Tatort.

Behinderung der Offense in der Endzone: Ball auf die 1-Yard-Line.

Dead Ball Foul

Ein Verteidiger darf sich nicht auf den Ballträger oder einen anderen Gegenspieler stürzen, wenn der

Ball tot ist.

15 Yards und automatisches First Down für die Offense.

Roughing the Kicker (Übertriebene Härte gegen den Kicker)

Absichtliches Umstoßen des Kickers ist verboten. Ein Verteidiger muss den Ball geblockt oder

wenigstens berührt haben, bevor er einen Punter oder Placekicker umstoßen darf, es sei denn, der

Kicker selbst oder einer seiner Mitspieler hat zuerst den Körperkontakt zum Defense-Spieler

hergestellt.

15 Yards und automatisches First Down für das Kicking-Team.

Roughing the Passer (Übertriebene Härte gegen den Passwerfer)

Hat der Werfer, meist der Quarterback, den Pass gespielt, darf die Verteidigung ihn nicht mehr

attackieren. Hat der Defense-Spieler allerdings bereits zum Passblock oder Tackle angesetzt, gilt

dies nur, wenn es ihm noch möglich gewesen wäre, in der Bewegung innezuhalten.

15 Yards und ein automatische First Down für die Offense, eventuell sogar Disqualifizierung

(Feldverweis) des Foulspielers.

Spearing

Der absichtliche Versuch einen Gegner mit dem Helm anzugehen.

15 Yards und automatisches First Down.

Unnötige Härte

Absichtliches Körperfoul, wie Tackeln des Gegners außerhalb der Seitenauslinie, Kopfstoß mit dem

Helm, Fausthiebe, Fußtritte oder Knien auf dem Gegenspieler.

15 Yards und automatisches First Down für die Offense.

Unsportliches Verhalten

Verbale Beleidigung, beleidigende und obszöne Gesten, also Fouls ohne Körperkontakt.

15 Yards und automatisches First Down.

Sonderfälle: Fouls an der Goal Line

Wenn durch eine Bestrafung der Ball mehr als die Hälfte der Distanz zur Goal Line (0-Yards-Linie)

der foulenden Mannschaft bewegt werden würde, legt der Schiedsrichter den Ball genau in die Mitte

zwischen Messpunkt (Stelle des Fouls) und der Goal Line. Weshalb? Eine Strafe soll nicht

unmittelbar zu Touchdown eines Gegners führen. Diese Regel kommt nicht zur Anwendung, wenn

durch das Foul ganz eindeutig ein Punkterfolg verhindert wurde, zum Beispiel regelwidrige

Behinderung beim Fangen eines Passes in der Endzone.

Mit freundlicher Genehmigung von Detlef Voß (win-football.de)

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