Saisonrückblick LLO2015 Part 9

FINALE LANDESLIGA OST 2015

T-Birds gegen Berlin Kobras

Spielstand 22:12

Vielen Dank an Jeanine Lohmann für die Bilder! Copyright photopoeten

– FINALE -

Die Nummer 1 Offense gegen die Nummer 1 Defense und die Nummer 2 Offense gegen die Nummer 2 Defense. Formal traten beide Teams in optimaler Besetzung an, natürlich ohne die Ausfälle. Deutlich zu sehen war, dass der QB der Kobras nach seiner Verletzung nicht in Normalform als Werfer agieren konnte. Keine Alternative zu haben war einer der Schlüssel zur Niederlage der Kobras. Ein anderer war, dass viele Snaps in die Shotgun einfach zu unpräzise waren, eigentlich ein einfacher handwerklicher Fehler, den es aber immer wieder gab, auch dies nicht vollkommen abstellen zu können, ging gegen die Kobras. Die Dritte und ebenfalls spielentscheidende Sache war, dass die Defense der Kobras die Offense der T-Birds nicht so in den Griff bekam wie andersherum die T-Birds die der Kobras. Bei den Special Teams gab es ein patt, beide Teams waren definitiv auf ein Endspiel vorbereitet, dies zeigte sich auch bei der einzigen Onside kick Situation im Spiel. Und beide Returner brachten ihre Coaches zum laut über den Platz rufen, wobei auch hier das Glück auf Seiten der Hausherren Platz nahm, so vermurksten die Kobras gleich den ersten Kick off return, was ihre Offense kurz vor der Endzone anfangen ließ und nach dem ersten von vielen High Snaps mit einem 2:0 Safety für die Thunderbirds abschloss. Auf Seiten der Gastgeber gab es später eine vergleichbare Szene, die aber mit einem Touchback, durchaus glücklich für die T-Birds, endete. Auf der einen Seite war man nervös beim Kick, auf der anderen scheiterte man zweimal beim Versuch einer 2-Point Conversion oder war es doch die starke Verteidigung der T-Birds, die die Kobras nicht in die Endzone ließ ?!. Konnte die Nummer 1 Offense der Kobras ohne Top-QB-Leistung nicht überzeugen und blieb mit 2 TD und 2 gescheiterten 2 Point Plays sicher deutlich hinter den Erwartungen zurück, so konnte man der Nummer 1 Defense der T-Birds eigentlich nur vorwerfen, den ersten TD der Kobras auch noch mit 40 yards an Strafen und 3 first downs unmittelbar vor der Halbzeit noch am Leben gelassen zu haben und sonst getreu dem Motto: „Offense wins Games but Defense wins Championships“ voll Rechnung getragen zu haben.

Überhaupt war es ein Endspiel für das Phrasenschwein. Sei es, dass der Coach der Kobras mehrmals darauf hinwies, dass „das Spiel erst einmal gespielt werden müsse“ oder sein Gegenüber mit seiner „ground game sound game“ auf dem Platz vorgetragenen Aussage seine Offense oft nur einfach Meter um Meter machen ließ. Dass dieses Spiel „an der Linie gewonnen“ werden würde, konnte man bereits in den ersten Snaps beobachten. Der QB der Kobras war von Anfang an so unter Druck, dass er nur selten Zeit hatte, um zu passen. Genau in diesen Momenten merkte man ihm dann seine noch zu frische Verletzung an, aber auch seine Alternativlosigkeit beim Personal. Hatten die Receiver der Kobras mal den Ball, wurde es auch meist sofort gefährlich, aber insgesamt muss man sagen, dass die beiden Cornerbacks zusammen mit den beiden A-Jugend-Safetys ihre Sache sehr gut machten und entsprechend zum Teamerfolg beitrugen. In der Offense lief man beim ersten Snap mit 9 yards und einem QB Sneak gerade durch die Mitte, um herauszufinden, wie stark die Defense wirklich gegen den Lauf sein würde. Das war die große Frage, wie sehr die Verteidigung der Kobras auf ein Powerlaufspiel vorbereitet wäre mit einer eigene Offense, die viel mit 4 Receivern spielt. Die Antwort zumindest an diesem Tag war die, dass das Laufspiel der Thunderbirds nicht nur Meter und Punkte brachte, sondern auch die Kontrolle über die Uhr. Auch der Outside-Bereich ging im Vergleich wohl mit leichten Vorteilen an die Birds, wenn auch ihr Coaching Staff eindeutig Umstellungen vorgenommen hat und die Safetys viel weiter vorne spielen ließ als normalerweise. Dadurch konnten bis auf wenige Ausnahmen die T-Birds Verteidiger auch die Läufe des RB und QB der Kobras unterbinden. Als dann auch noch die Führung die Kobras in die Situation brachte, den Ball durch die Luft bewegen zu müssen, wurde mit klassischem Nickelpersonal gespielt und auch ein weiteres Turn-Over geholt. Die Offense der Thunderbirds hatte keine Ballverluste zu beklagen, auch ein weiteres Mosaiksteinchen zum Sieg. Es war nicht das erwartete Punktefestival und dass es beim ersten Seitenwechsel 2:0 stand, wäre sicher eine gute Wettquote gewesen, aber am Ende waren es diese beiden Punkte, die die Kobras etwas aus dem Tritt brachten und sie dann in eine Richtung drängten, die sie nicht wollten. Wie gegen Eberswalde war die Mitte der T-Birds ihrem Gegner überlegen, die Outside spielte taktisch extrem diszipliniert und auch sehr breit aufgestellt. Insgesamt kamen dort 6 Spieler zum Einsatz. Wie die Kobras setzen die Thunderbirds auf die eigene Jugendarbeit und hatten den Vorteil ihre Jugendlichen bereits oben zu haben, während die Kobras noch auf eine Entscheidung zur GFL-Juniors-Relegation warteten und daher ihre Jugendlichen noch nicht einsetzen konnten.

Ob die Kobras-Jugendlichen ein Faktor gewesen wären, werden wir nie erfahren, wohl aber wissen wir, dass beide Safetys, ein OLB und 2 DLer sowie weitere 3 in den Specialteams und der letzte TD auf das Konto der T-Birds-Rookies 2016 ( ja 2016 ) gingen.

Alles in allem bleibt festzuhalten, dass die Mannschaft mit den wenigsten Fehlern, Turnovers und dem besserem Groundgame das Spiel verdient gewonnen hat, der Verlierer ohne Alternativen im Personal oder Spielsystem aufgetreten war und auch einige taktische Antworten eigentlich schon in den letzten beiden Spielen schuldig geblieben war. Man darf auch nicht vergessen, dass am Ende die T-Birds, wie üblich muss man schon sagen, an der gegnerischen 2 yard line bei 1st and Goal abgekniet haben und somit dem 30:12 näher waren als die Kobras, welche vorher in 4 Versuchen in der Feldmitte scheiterten, dem Anschluss-TD. Auch schienen die T-Birds, die zumindest besser funktionierende Mannschaftstaktik für den Gegner zu haben, denn ein Teil bestand ganz klar darin mit der eigenen Lauf-Offense die Kobras vom Feld zu halten. Diese offensichtliche Taktik wurde von den Kobras nicht gekontert, was dann zum Verlust der Kontrolle über die Feldpositionen und am Ende auch über die eigene Handlungsfreiheit entschied. Erfreulich war die Tatsache, dass beide Teams für ein Spiel mit diesem Wert sehr, sehr fair spielten und eine echte Werbung für den Football ablieferten, im Gegensatz zu einigen wenigen Zuschauern eines andern Berliner Vereins. Die Frage nach einem Nachrückverfahren kam ja schon vor dem Finale auf, aber muss am Ende die Frage gestattet sein wie das entschieden werden soll, denn das Resultat vom Endspiel und vom Rückspiel gegen Wolgast wirft die Frage auf, ob die Vandalen nicht doch auch eine Chance gegen diese Kobras gehabt hätten. Ebenso kann die Frage nach der stärkeren Gruppe neu gestellt werden, welche ja sowohl für das Nachrücken also auch für die neue 6. Liga durchaus von Bedeutung sein kann. Insgesamt kann man nur hoffen, dass die Liga-Granden ihrer Verantwortung gerecht werden und Teams im Zustand der Silverbacks und Titans in eine 6. Liga stecken, um 60 zu Null Resultate zu vermeiden.

Insgesamt eine gelungene Veranstaltung mit einem von der Spannung getragenem Endspiel und einigen sehenswerten Aktionen auf beiden Seiten. Jetzt wird man sehen, wie der Winter und ihr sportlicher Erfolg beide Mannschaften beeinflussen wird und in welcher Form und in welchen Ligen sie sich in 2016 denn nun wirklich präsentieren werden. Man darf weiter gespannt sein.

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